Geboren wurde ich 1963 auf der Nordseeinsel Sylt.Mit Wasser und Schiffen aufgewachsen, begann ich meine seemännische Laufbahn 1979 in Hamburg.
1979
Mein Vater war früher zur See gefahren und er pflegte zu sagen: „Da lernt man alles!“
Eisfahrt
Der Winter 1980/1981 war recht hart.Auslaufend Kiel-Kanal in Richtung Schweden fuhren wir bereits im Konvoi mit anderen Kümos.Das gesamte Schiff war bereits mit einer Eisschicht überzogen.Entlang der „Eisrinne“ dampften wir `gen Nordosten und es wurde zunehmend kälter.Kurz vor Erreichen des ersten Hafens wurden wir vom Steuermann angetrieben, endlich das Schiff zum Laden klarzumachen.Damit begann für uns paar People eine Schweinearbeit.Es fing damit an, die Anker für die Revierfahrt klarzumachen.Gerade die Anker waren, bedingt durch die See, am schlimmsten vereist!Mittels Bootsmannstuhl fierten wir uns zum Anker runter und schlugen mit einem Fäustel das Eis wenigstens so weit ab, dass der Anker nicht mehr an der Außenhaut „klebte“.
Sylvester 1980
An Bord kehrte Sylvesterstimmung ein.Unser Koch „Kalle“ war damit beschäftigt, die herrliche Gans zuzubereiten.Wir befanden uns mit unserer „Sea Girl“ auf der Reise von Norrköping nach Hamburg.Vorne im Mast war bereits durch uns vor den Weihnachtsfeiertagen der Weihnachtsbaum angebracht und gelascht worden.Er thronte über dem Topplicht.
1982
Mittlerweile war ich zum Leichtmatrosen aufgestiegen und wir fuhren für HAPAG-LLOYD in der Irischen See und im Atlantik.
Der Job an Bord erforderte viel Kraft und Anstrengung, dazu kam die Entbehrung des privaten Bereiches an Land.Aber auch der Urlaub ging vorüber.Ich kam für drei Monate auf das Containerschiff „Baldur“, eingesetzt in der Mittelmeerfahrt.In Syrien durfte mich dann der Kapitän „herauslösen“, hatte ich doch nach einem Landgang in einem syrischen Militärdepot unsere Reedereiflagge gesetzt.
Ich bestand die Prüfung zum „Matrosen in der Handelsschifffahrt“.
1983
Eine Bewerbung bei der Reederei Wulff in Kollmar ergab, dass ich als Matrose auf dem Cellulosefrachter „Cellus“ einsteigen konnte, was ich umgehend in die Tat umsetzte.
1984
Im Januar 1984 kündigte ich das Heuerverhältnis mit der Reederei, besorgte mir ein Zimmer in Grünendeich und begann meine zweite Ausbildung.Am 18.Juli hatte ich alle Prüfungen bestanden, ich war Nautiker!
1985/ 1986
Als frischgebackener Steuermann konnte ich dann mit 21 Lebensjahren als 1.Nautischer Offizier bei der Reederei Wulff auf dem MS „Lady Bos“ einsteigen.
1987 - 1990
Nach einer erneuten, dreisemestrigen Ausbildung hatte ich dieses Ziel erreicht.Ich besaß die Befähigung zum „Kapitän auf Mittlerer Fahrt“, war also „staatlich geprüfter Nautiker“ und war im Besitz der Fachhochschulreife.
Nachdem ich im Februar 1990 von der Polizeischule in den Polizeivollzugsdienst entlassen wurde, bin ich bis zum heutigen Tage in dem Beruf als Wasserschutzpolizist tätig.Der Beruf macht viel Spaß, ist vielseitig und maritim.
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Der Band "Traumtrips und Rattendampfer" ist ein sehr gut gelungenes Abbild der Seefahrt. Endlich hat jemand den Mut zu einer ehrlichen Darstellung, besonders "hinter den Kulissen", gefunden. Vieles kann ich nur bestätigen, einiges war auch für mich neu. Hervorzuheben und beeindruckend sind die geschilderten Hierarchieverhältnisse an Bord, das zwangsweise Zusammenleben aller Besatzungsmitglieder, die wahre Beschreibung bei Begegnungen mit der 3. Welt sowie das tabulose Darstellen aller Lebensgewohnheiten an Bord und bei Landgang. Auch ist es unbegreiflich, was Profitsucht aus einem Menschenleben machen kann! Alle Härten auf See, aber auch die Schönheiten der Welt sind vom Funker Mario Covi in ausgezeichneter Weise dargestellt. Bestimmt könnten viele ehemalige Seeleute dicke Bände schreiben, aber leider hat nicht jeder das Talent von Herrn Covi dazu. Oft verblassen auch die Erinnerungen zu schnell und so wird vieles bedauerlicherweise ungesagt bleiben. --- Nochmals vielen Dank für die interessanten Aufzeichnungen von Herrn Mario Covi und auch für die Bemühungen zum Druck von Herrn Jürgen Ruszkowski.
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