In Costa Rica geankert

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Aus Band 1 der maritimen Zeitzeugen-Buchreihe "Seemannsschicksale"

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Manfred W. erblickte im August 1939 in Neide in Oberschlesien das Licht der Welt. Obwohl er bereits im Alter von fünf Jahren seine Heimat vor den heranrückenden Russen zusammen mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder flüchtend verlassen musste, kann er sich noch an Schlesien erinnern. „Ich weiß noch, dass ich damals als kleines Kind in Breslau Adolf Hitler, vor einer großen Menschenmenge redend, erlebt habe. Wir haben dann nach der Flucht einige Monate im Egerland gelebt und kamen später nach Oberbayern, wo ich in Taufkirchen/Vilz bis zur Entlassung aus der 8. Klasse die Volksschule besuchte.“ Danach lernte er in München drei Jahre lang Friseur und wohnte während dieser Zeit in einem Lehrlingsheim. „Nach der Lehre war das Kapitel Friseur für mich abgeschlossen. Ich habe noch einige Zeit berufsfremd gearbeitet, gejobt, würde man heute sagen. Als ich 20 war, fuhr ich nach Hamburg. Meine Mutter habe ich mit meinem Vorhaben, zur See zu fahren, überrumpelt.

In Hamburg fragte ich bei der Bahnhofsmission nach einer billigen Unterkunft. Ich hatte ja nur wenig Geld. Man schickte mich in die Straße Hütten in der Nähe von St. Pauli, wo damals in einem ehemaligen Polizeigefängnis ein Heim der Jugendbehörde für von daheim ausgerissene junge Burschen unterhalten wurde. Dort konnte ich sogar kostenlos übernachten. Später wohnte ich im katholischen Seemannsheim „Stella Maris“. Im „Heuerstall bei Max im Weißen Haus“ (heute „Hotel Hafen Hamburg“) erklärte man mir, dass ich wohl ein Schiff bekommen könne, ich müsse aber erst die schriftliche Einwilligungserklärung meiner Mutter beibringen, denn damals war man ja erst mit 21 Jahren volljährig. Ich schrieb also sofort nach Hause und bekam die Einwilligung postwendend. Acht Tage später hatte ich meinen Heuerschein als „Salonjunge“ für MS „Baldur“ bei der Reederei Frigga. Im Salon speisten die „drei Eisheiligen“, also der Kapitän, der Chief und der 1. Nautische Offizier und - soweit welche an Bord waren - die Passagiere. Dort hatte ich unter Anleitung des 1. Stewards die erforderlichen Reinigungs- und Bedienungsarbeiten zu verrichten. Das Schiff war ein Frachter, der aber für Massengut-Transport eingesetzt wurde. Ich stieg in Rotterdam ein. Es waren etwa 35 Mann Besatzung an Bord. Das Schiff war vom Schwarzen Meer mit Erz gekommen und lud in Rotterdam Kohle für Triest. Nach dem Auslaufen wurde ich seekrank, etwas später noch einmal. Dann hatte ich damit keine Probleme mehr. Von Triest ging es in Ballast nach Poti in Grusinien am Schwarzen Meer, südlich vom Kaukasus, wo wieder Erz für Rotterdam geladen wurde. In Emden mußte das Schiff in die Werft. Danach war unser Ziel Vitoria in Brasilien. Später bin ich nie wieder nach Brasilien gekommen. Auf der Hinfahrt bunkerten wir in Las Palmas. Ich erlebte auf dieser Fahrt meine Äquatortaufe. Heute ist diese alte Sitte ja leider weithin aus der Mode gekommen.“ Manfred blieb fünf Monate auf der „Baldur“.

Sein zweites Schiff war die „Geestemünde“ der Bugsier-, Reederei- u. Bergungs-AG, ein Stückgutfrachter, der in Hapag-Charter in Linie nach Nordamerika-Westküste fuhr. Er wurde als „Messejunge“ gemustert. Eine Reise dauerte gut drei Monate. Nach der Panamapassage wurden mehrere Häfen zwischen Mexico und Vancouver in Kanada bedient. Neben etwa 40 Mann Besatzung befanden sich auch einige Passagiere an Bord. In der Messe, im Bordhospital und in den Passagierskammern gab es schon damals Aircondition. Auf einer Reise lud man in Dünkirchen 50 Zuchtbullen für Cartagena in Columbien. An Deck waren Verschläge gezimmert worden, die als Unterkunft für die Tiere dienten. Zwei Tierpfleger fuhren als Betreuer mit. „Das war eine wertvolle Ladung. Alle kamen wohlbehalten drüben an.“ Manfred machte zwei Reisen mit und stieg nach sieben Monaten in Hamburg wieder aus.

Sein drittes Schiff war MS „Stubbenhuk“ der Reederei Gehrkens in West-Afrika-Linienfahrt. Hier ging auch sein Wunsch in Erfüllung, im Maschinendienst gemustert zu werden, und zwar als „Maschinenjunge“, damals eine Rarität. Da er keinen Metallberuf erlernt hatte, war es für ihn nicht einfach, in diesen seinen Wunscharbeitsbereich einzudringen. Er mußte zuerst viel Farbe waschen und streichen und lernte langsam die Maschinentätigkeiten kennen. Auf seinen ersten beiden Schiffen hatte ihn die unter den Maschinenleuten herrschende Kameradschaft begeistert: „Die Vorgesetzten arbeiteten dort im Team mit und trugen selber den Blaumann. Sie sind nicht so abgehoben, wie die Nautischen Offiziere. Später wurde er dann zum „Reiniger“ umgemustert. Bis auf einen belgischen Messejungen und einen nigerianischen Deckshelfer bestand auch auf diesem Schiff die etwa 35köpfige Besatzung aus Deutschen. Gleich nach dem Auslaufen kurz vor Weihnachten mußte das Schiff im Englischen Kanal einen Nothafen anlaufen, um ein krankes Besatzungsmitglied ins Krankenhaus bringen zu lassen. Der Mann hatte nach einem Magendurchbruch Blut gespuckt und verstarb einige Tage später.“ Am Ende seiner zehnmonatigen Reise auf der „Stubbenhuk“ lief das Schiff auf Grund und schlug leck. Der Schaden war im Bereich eines Ballasttanks entstanden. Doch konnte man durch ständiges Lenzen die Reise bis zur Werft in Hamburg fortsetzen.

Manfred wohnte beim folgenden Landurlaub in Hamburg im Stella-Maris-Seemannsheim und machte 1963 den Führerschein, Klasse zwei. Während des Aufenthalts im Seemannsheim wurde ihm Arbeit auf einem Krupp-Schiff unter Liberia-Flagge angeboten. „Mit sechs Mann fuhren wir im Zug bis Hoek van Holland, setzten mit der Kanalfähre nach England über und fuhren weiter mit dem Zug bis nach Cardiff, wo wir den Erz-Massengutfrachter „Ruhr Ore“ bestiegen. Die Reise ging nach Pointe Noire (schwarzer Punkt) im Kongo. Das dort geladene Erz brachten wir nach Mobile in Alabama. Von dort fuhr das Schiff unter Ballast nach Venezuela, zwölf Stunden den Orinoco aufwärts zu dem im Landesinneren gelegenen Puerto Ordaz, wo wieder Erz für Glasgow geladen wurde. Auf der Überfahrt in Richtung Schottland wurde ein blinder Passagier an Bord entdeckt. Es stellte sich heraus, dass der nicht zum ersten Mal eine solche illegale Reise angetreten hatte. Zuvor hatte er sich schon einmal auf ein norwegisches Schiff geschlichen. Er mußte an Bord mitarbeiten. Während der Hafenliegezeit wurde er eingeschlossen und fuhr dann auf der nächsten Reise mit zurück nach Venezuela.“

Nach sechs Monaten musterte Manfred in Emden ab und versuchte sich ein halbes Jahr als Fernfahrer, um seinen neu erworbenen Führerschein in der Praxis zu erproben. „Das war mein letzter Landjob.“

Danach nahm er eine Arbeit als Reiniger auf MS „Poseidon“ bei der Transatlantic-Reederei an. Das Schiff fuhr im Gebiet Große Seen. Auf der ersten Reise im Oktober, als die Schleusen wegen des Eises unpassierbar waren, lief man die eisfreien Häfen Halifax und St. John in New Brunswik an. „Im April fuhren wir nach Wiedereröffnung der Schleusen im St.Lorenz-Strom. Der Lotse verweigerte nach Eintritt der Dunkelheit wegen des starken Eisgangs die Weiterfahrt. In der Nacht kam es zu einer verhängnisvollen Kollision: Wir wurden von einem Holländer gerammt. Ich schlief gerade, merkte zwar den Rums, dachte jedoch, das Schiff habe eine Eisscholle berührt und drehte mich auf die andere Seite, um weiterzuschlafen. Plötzlich schlug jemand meine Fensterscheibe, die zum Gang lag, ein und schrie mir zu, dass das Schiff brenne. Überall loderten bereits die Flammen in den Gängen. Im Schlafanzug rannte ich an Deck. Dort war es winterlich-kalt, und ich fror. Daher versuchte ich noch einmal, in meine Kammer zurückzulaufen. Dort brannten bereits die Vorhänge. Es wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß unter den Füßen. Auf einem Bügel hing mein Anzug und darüber mein Mantel. Ich riss die Sachen an mich und kam noch wieder heil zurück an Deck. Im Anzug steckte auch mein Pass. Mein Seefahrtbuch und alle anderen Sachen gingen verloren. Der Holländer schickte uns Boote rüber, da unsere brannten. Eine Notbesatzung blieb noch eine Weile, mußte dann aber das Schiff verlassen. Ich erinnere mich noch an einige tragikomische Begleitumstände: Ein Deutschkanadier war mit Frau, Kind und Pferd (in einer Box an Deck) an Bord. Wir nannten ihn „Pferde-Paule“. Er hatte beim letzten Landaufenthalt zusammen mit dem Koch gebechert, während sich seine Frau vom Chief trösten ließ. Eigentlich wollte er gar nicht an Bord zurückkehren, sondern dem Schiff per Taxi nachfahren. Das wäre seine Rettung gewesen. Dass er doch wieder an Bord ging, wurde sein Verhängnis: Zusammen mit zwei Besatzungsmitgliedern wurde er in seiner Kammer bei der Kollision „plattgedrückt“ und kam ums Leben. Die „untreue Gattin“, von der er sich scheiden lassen wollte, beerbte den nicht unvermögenden Paule. Einige Tage blieben wir noch in Montreal im Hotel. Dann flogen wir nach Deutschland zurück. Es war meine erste Flugreise.“

Der nächste Job fand sich bei Eimbcke auf der „Alchimist“, einem Chemikalientanker, wo er zehn Monate arbeitete. Das Schiff fuhr zwischen Antwerpen, New York und Texas quasi in Linie. Ob ihm dort nicht der inzwischen im Rentenstand lebende legendäre Otto Schmidt begegnet sei, der damals oft im Seemannsheim Krayenkamp gewohnt habe? „Sie meinen den „Millionen-Otto“, den Sparsamen, der sich in Norderstedt eine Eigentumswohnung gekauft hat? Sicher, mit dem habe ich zusammengearbeitet.“

1966 bekam Manfred über die Agentur Navcot bei Reederei Vlassow einen Job auf MS „Silverstone“ im Fahrtgebiet Mittelmeer - Mittelamerika - Nordamerika-Westküste. Nach sieben Monaten mußte er krankheitshalber abmustern. In Genua ging er an Bord und stieg dort auch wieder aus.

Im Januar 1967 fing er wieder bei Transatlantic auf der neuen „Poseidon“ an. Das Schiff hieß wie das im St. Lorenz-Strom kollidierte. „Es war aber nicht der richtige Trip für mich. Nach sechs Wochen ging ich in Montreal wieder von Bord.

Bei Reederei Laeisz bekam ich mein erstes Kühlschiff, die „Pekari“ (nach dem brasilianischen Wasserschwein benannt). Wir brachten Autos „Made in Germany“ nach Jacksonville/Florida, fuhren dann in Ballast nach Ecuador und luden dort Bananen für Hamburg.“ Auf diesem Schiff blieb Manfred viereinhalb Monate.

„Der nächste Viermonatstrip brachte mich auf die unter Liberia-Flagge fahrende „Ore Regent“ des jüdischen Reeders David Karl Ludwig, einem Intimfreund des äthiopischen Kaisers Haile Selassie. Das erste Mal fuhr ich unter einem afrikanischstämmigen Chief aus Trinidad. Der Mann beherrschte sein Handwerk. Er war zunächst als sogenannter 1. Ingenieur an Bord und rückte dann zum Chief auf. Die Rangfolge war dort etwas anders als auf deutschen Schiffen. Der Kapitän war gebürtiger Este mit kanadischem Pass. Auf diesem Schiff galt absolutes Alkoholverbot: Wer vom Landgang Alkohol mitbrachte, wurde fristlos entlassen. Urlaub bekam nur, wer ein ganzes Jahr an Bord war. Auf dem ganzen Schiff gab es kein Stückchen Holz. Alle Möbel waren aus Metall. Das Schiff verkehrte von Antwerpen aus nach Narvik in Nord-Norwegen oder Liberia.“ Dann fuhr Manfred vier Monate auf der „Tinnum“ bei Zerssen in der Levante.

Es folgte ein Job auf dem fast 200.000 TDW großen Shell-Tanker „Myrina“. Es war damals das größte deutsche Schiff. Um das Kap der Guten Hoffnung ging es in den Persischen Golf nach Kuwait und Oman. „Das große Schiff lag selbst bei schwerer See ruhig wie ein Brett, auch wenn die Brecher über das Deck rollten. Es steckte alles regungslos weg, wie ein standhafter Boxer. An Bord merkte man gar kein Schlingern und kein Rollen, und niemand konnte seekrank werden. Als einmal auf Reede vor Oman ein Bootsmanöver abgehalten wurde, war es einem unserer Reiniger sehr peinlich, dass er dabei plötzlich seekrank wurde.“

Von 1969 bis 1978 war Manfred bei Reederei Willi Bruns tätig: „Das war meine Bruns-Ära bei „Zwiebel-Willi“. Man sagt, der Bruns habe mit einer Sackkarre angefangen und mit Zwiebelhandel groß geworden. Mein erster „Dampfer“ dort war das Kühlschiff „Brunsrode“. Ich arbeitete darauf zunächst 17 Monate und war dann noch achtmal auf diesem Schiff tätig. Wir fuhren in Charter nach Mittel-, Süd und US-Amerika. Eines Tages wollte ich wie üblich den Chief zur Wachablösung wecken. Der Mann hatte einen sagenhaft tiefen Schlaf. Man mußte ihn kräftig schütteln, bis er endlich wach wurde. Er guckte dann immer kurz auf seine Armbanduhr. Das war das Zeichen, dass er wach war und man mit dem Schütteln aufhören konnte. Aber diesmal brauchte ich ihn nicht lange zu bearbeiten: Ich merkte schnell, dass er kalt war: Herzversagen! Er lag mit 44 Jahren tot in seinem Bett. Wir brachten ihn in einer leeren Kammer unter und beschafften alles Eis aus den Kühlräumen, dessen wir habhaft werden konnten, bis wir auf den Azoren einen Nothafen erreichten, von wo aus die Leiche nach Hause geflogen werden konnte. Pikanterweise ging die Sargfracht auf dem Flugwege noch fast verloren und kam erst Tage verspätet in Deutschland an.“

Während dieser Zeit knüpfte Manfred seine ersten Kontakte nach Costa Rica. Dieses mittelamerikanische Land ist ihm inzwischen zweite Heimat geworden. 1975 nahm er dort seinen festen Wohnsitz. Er erwarb ein Grundstück mit Haus. Ein Jahr lang ließ er sich in San José‚ nieder, um sich mit einer Snack-Bar und einem Blumenkiosk in einem Hotel zu versuchen. 1976 heiratete er eine Costaricanerin. Die Ehe zerbracht jedoch. 1982 wurde er wieder geschieden. Inzwischen hat er das erste Haus verkauft und in einem kleineren Ort in den Bergen, in 1.300 m Höhe, 20 km westlich von San José, in klimatisch milder Gegend ein neues Grundstück erworben und dort 1984 einen Bungalow mit 125 qm Wohnfläche gebaut. „Das Klima ist dort so günstig, dass ich weder Heizung noch Aircondition brauche.“ In dem großen Garten hat er Kaffee und Zitrusfrüchte angebaut. „Leider sind die Kaffeepreise dermaßen im Keller, dass der kommerzielle Anbau nicht lohnt. Die Früchte sind für den Eigenbedarf bestimmt. In meinem Garten wachsen auch Guineas. Das sind bananenähnliche Stauden, deren Früchte, ähnlich Kartoffeln, im Eintopf verkocht werden oder als Viehfutter Verwendung finden.“ In einem kleinen Haus daneben wohnt mietfrei ein Ehepaar, das auf das Grundstück aufpasst, wenn niemand zu Hause ist. Am 13. April 1984 heiratete Manfred erneut. Mit dieser Frau hat er eine inzwischen siebenjährige Tochter, die in einem 4 km entfernten Nachbarort die öffentliche Schule besucht. Frau und Tochter sprechen nur spanisch. Sie waren kürzlich in den Ferien für vier Wochen mit ihm in Hamburg und in Süddeutschland bei seinen Geschwistern. Manfred hat sich seine Spanischkenntnisse zunächst an Bord, später in Costa-Rica angeeignet. „Mit der Grammatik hapert es zwar noch, aber sonst kann ich mich gut verständigen.“ Ob seine Frau denn damit zufrieden sei, wenn er monatelang mit dem Schiff unterwegs ist? „Das hat sie ja vorher gewusst!“ Seinen Urlaub zwischen den Seefahrtszeiten verbringt Manfred seit Jahren immer in Costa Rica bei seiner Familie. Als er noch bei Bruns fuhr, stieg er auf der Reise nach Südamerika oft in Panama aus, flog nach Costa Rica und stieg auf der nächsten Reise wieder zu. „Mit dem Chief konnte ich gut. Man kam auf der restlichen Fahrt bis Ecuador ohne mich aus und musterte dort einen Ecuadorianer, den ich dann bei der nächsten Reise wieder ablöste.“

Von Anfang 1979 bis Anfang Mai 1992 fuhr er 13 Jahre und vier Monate ohne Krankheitsunterbrechungen bei Reederei Ahrenkiel auf Containerschiffen, Autotransportern, Bulk Carriern, Gas- und Chemikalientankern. 1986/87 unterzog er sich zwei Lehrgängen zur Erlangung des Schiffsmechaniker-Briefes. In Hamburg absolvierte er den Decksdienst-Kurs, in Travemünde, auf dem Priwall, den für Maschinendienst. Am 27.3.1987 legte er die Prüfung ab. „Für wenige Jahre verschaffte mir der Schiffsmechanikerbrief Aufschub. Jetzt nützt er auch nichts mehr.“ Er fuhr nach Erwerb des Schiffsmechanikerbriefes auf den sieben Schiffen: „Carthago“ (im Ostasiendienst), „Cranach“, „City of Liverpool“, noch mal „Cranach“, Iglo Moon“, „Elbe Gas“ (auf Fahrt nach Australien) und „Laura“ (ex „Cranach“). - Das Aus bei Ahrenkiel erfolgte mit der Kündigung „wegen Stillegung des Seebetriebes in Hamburg“.

Er bekam zwar eine Abfindung ausbezahlt, aber der Schock sitzt doch tief, muss er doch jetzt bei „Reederei Franke in der Norderstraße“, also beim Arbeitsamt, anheuern. Mit 475,- DM Arbeitslosengeld wöchentlich (gut 2.000,- DM monatlich) muss er sich bescheiden, wenn er das Zimmer im Seemannsheim bezahlen, seine Verpflegung kaufen und noch Geld für die Familie in Costa Rica überweisen will. Wenn er keine neue Reederei mehr finden sollte, muss er bis zum Erreichen der Seemannsrente noch längere Zeit von Arbeitslosengeld und später Arbeitslosenhilfe leben. Das Arbeitsamt erlaubt ihm höchstens für drei Wochen im Jahr eine Heimreise zur Familie in Costa Rica, unter Fortzahlung des Arbeitslosengeldes. Weitere drei Wochen darf er ohne erneute Antragstellung ohne Bezüge bleiben. „Ich hoffe zwar noch auf ein neues Schiff, glauben kann ich bei der gegenwärtigen Lage und bei meinem Alter jedoch zur Zeit nicht daran.“ Er hatte Glück und fand doch bald wieder ein neues Schiff. „Sobald ich meine Seemannsrente bekomme, gehe ich ganz zu meiner Familie nach Costa Rica zurück.



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Band 4 - Edition 2004

Band 4

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Band 5 - Band 5

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Ein Leben auf See amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet

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Ich hoffe noch auf einen weiteren Band von

Capt. E. Feith

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Seemannsschicksale Band 6 in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags"

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Rückblicke: 27 Jahre Himmelslotse im Seemannsheim - ganz persönliche Erinnerungen an das Werden und Wirken eines Diakons

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Monica Maria Mieck:

Durch alle Nebel hindurch

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Texte der Hoffnung

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Der Band "Traumtrips und Rattendampfer" ist ein sehr gut gelungenes Abbild der Seefahrt. Endlich hat jemand den Mut zu einer ehrlichen Darstellung, besonders "hinter den Kulissen", gefunden. Vieles kann ich nur bestätigen, einiges war auch für mich neu. Hervorzuheben und beeindruckend sind die geschilderten Hierarchieverhältnisse an Bord, das zwangsweise Zusammenleben aller Besatzungsmitglieder, die wahre Beschreibung bei Begegnungen mit der 3. Welt sowie das tabulose Darstellen aller Lebensgewohnheiten an Bord und bei Landgang. Auch ist es unbegreiflich, was Profitsucht aus einem Menschenleben machen kann! Alle Härten auf See, aber auch die Schönheiten der Welt sind vom Funker Mario Covi in ausgezeichneter Weise dargestellt. Bestimmt könnten viele ehemalige Seeleute dicke Bände schreiben, aber leider hat nicht jeder das Talent von Herrn Covi dazu. Oft verblassen auch die Erinnerungen zu schnell und so wird vieles bedauerlicherweise ungesagt bleiben. --- Nochmals vielen Dank für die interessanten Aufzeichnungen von Herrn Mario Covi und auch für die Bemühungen zum Druck von Herrn Jürgen Ruszkowski.

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Zum Thema "Seemannsschicksale" passend wird empfohlen: "Westsee" von Hans Gert Franzkeit. Er schildert die Seefahrt der 1950er Jahre. Verlegt über BOD -

ISBN 3-89811-424-4

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Erinnerungen an die DDR-Seefahrt

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Das etwas andere Abenteuer

An Bord von Handelsschiffen im Zweiten Weltkrieg

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