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Zugriffszähler seit 3.11.2001 / 4.06.2008
Eine Leseprobe aus Band 1 der gelben maritimen Buchreihe "Seemannsschicksale" 
Herbert Heins (†) wurde
1933 in Apensen im Kreis Stade geboren. Sein Vater war dort
Bahnagent, dass heißt, er betreute einen Einmannbahnhof an einer
Kleinbahnstrecke, auf der täglich vier bis fünf Züge
verkehrten. Nebenher führte er eine Kunstdüngerhandlung
mit einer Fahrzeugwaage. In diesem Dorf verbrachte H. die
frühe Kindheit und die ersten beiden Schuljahre. Dann zog
die Familie nach Hollenstedt im Kreis Harburg um. Nach
Abschluss der achtjährigen Volksschule durchlief er von 1948 bis
1951 eine dreijährige Lehre als Maschinenschlosser in einem
Betrieb, der Landmaschinen, Traktoren und auch
Sägewerk-Dampfmaschinen reparierte. Danach arbeitete er
gut drei Jahre lang von 1951 bis 1954 in einem Reparaturbetrieb
der Britischen Rheinarmee in Finkenwerder, wo Lastkraftwagen,
Panzer und Kanonen grundüberholt wurden. Finkenwerder
liegt bekanntlich am Elbstrom und er konnte die vorbeifahrenden
Schiffe beobachten. Einige seiner Kollegen waren früher
einmal zur See gefahren und berichteten ihm, welche Fahrgebiete
die Schornsteinfarben dieser Schiffe verrieten. So reifte
in ihm der Wunsch, selber einmal zur See fahren zu wollen. Seine
Erfahrungen mit Dampfmaschinen während seiner Lehrzeit trugen
erheblich dazu bei, daaa ihm von der Ingenieurschule sofort ein
Assischein ausgestellt wurde. Um zur Schule gehen zu
können, mußte er zwölf Monate Fahrzeit auf einem Motorschiff
und 12 Monate auf einem Dampfer als Maschinenassistent
nachweisen. „Ich habe dann die Reedereien
abgeklappert, aber es war sehr schwierig, bei namhaften
Reedereien als unbefahrener Assi eine Stelle zu bekommen. Über
das Arbeitsamt in der Admiralitätsstraße gelang es mir dann,
eine Stelle auf einem Schiff der Reederei Becker, Thode &
Ahrens zu finden.“ Im August 1954 ging er an Bord
seines ersten Schiffes: Die „Harald Becker“ hatte
1.200 BRT und war als Dreiwachenschiff mit 16 Mann besetzt.
Es verkehrte zwischen Skandinavien und der iberischen Halbinsel.
Von Schweden brachte man Getreide nach Spanien („irgendein
dubioses Dreiecksgeschäft“) und von dort Eisenerz nach
Wismar. „In der Maschine waren wir sechs Mann. Obwohl
ich doch über einige Jahre Berufserfahrung verfügte, wurde ich
als Maschinenassistent wie der jüngste Lehrling behandelt.
Man kam sich ganz schön unterdrückt vor. Nach drei
Monaten hatte ich die Nase voll und haute ab. Am liebsten
hätte ich die Seefahrt wieder an den Nagel gehängt, entschloss
mich dann aber, es noch einmal mit einem neuen Dampfer zu
probieren. Das Arbeitsamt vermittelte mir das
Zweischraubentankschiff „Maria Weitert“, ebenfalls ein
Dreiwachenschiff mit 16 Mann Besatzung. Wir transportierten
Chemikalien und andere Flüssigprodukte zwischen Europa und dem
Golf von Mexiko.“ Auf seinem zweiten Schiff gefiel es
ihm bedeutend besser. Der Umgangston unter den Kollegen in
der Maschine war wesentlich angenehmer: Er fühlte sich als
gleichberechtigter Mitarbeiter und blieb neun Monate an Bord.
„Die ganz große Meinung zur Seefahrt hatte ich aber noch
nicht. Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass
ich einmal 38 Jahre lang zur See fahren würde.“ Dennoch
ging er ein drittes Mal zum Arbeitsamt, um sich ein Schiff
vermitteln zu lassen. Zum Besuch der Ingenieurschule mußte
er 12 Monate Fahrzeit auf einem Motorschiff nachweisen. Die
hatte er hinter sich. Weitere 12 Monate waren auf einem
dampfgetriebenen Schiff zu absolvieren. Man bot ihm einen
Jahresvertrag auf einem Dampfturbinentankschiff an, das noch in
Japan als Neubau in der Werft lag. „Als ich Japan
hörte, war ich Feuer und Flamme. Das unter Liberiaflagge
fahrende Schiff, die „World Justice“ gehörte dem
griechischen Reeder Niarchos und hatte ausschließlich deutsche
Besatzung. Wir bekamen deutsche Heuer plus 25 %. Mit
dem Schiff fuhren wir von Japan aus über Indien in den
Persischen Golf und dann mit einer Ladung Erdöl nach Rotterdam.
Zunächst kam ein Garantieingenieur der japanischen Werft mit,
bis die Kinderkrankheiten auf dem Neubau ausgemerzt waren.“
Nachdem
das zweite Assijahr ausgefahren war, meldete H. sich zum Besuch
der Ingenieurschule in Hamburg am Berliner Tor an und bestand
nach zwei Semestern die Prüfung für das C4-Patent. Damals
durfte man damit Maschinen bis zu 3.000 PS als Leitender
Maschinist fahren.
„In
den 1950er und 60er Jahren wurde unter den Seeleuten noch viel
getrunken. Wir waren jung und Hans Dampf in allen Gassen
und haben manche Nacht durchgezecht. Da mußte ich dann
aufpassen, dass ich morgens in der Schule nicht einpennte.“
Nach
dem Schulbesuch schloss Herbert 1957 noch einmal einen
Jahresvertrag für den Reeder Niarchos ab und musterte auf dem
Schwesterschiff „World Jury“ als 3. Maschinist an.
Auch mit diesem Schiff wurde Erdöl aus dem Persischen Golf nach
Rotterdam, Le Havre oder Port de Bouc bei Marseille gebracht.
Eine Reise von Rotterdam in den Golf und zurück dauerte vier
Wochen. Nach dem Krieg zwischen Israel und Ägypten lief
das Schiff im Golf von Suez auf eine Miene. „Der
Dampfer wurde ganz schön durchgeschüttelt. Er hatte vorn
in der Mitte ein 4 x 8 Meter großes Loch im Boden. Vom Tank 2
flog der Tankdeckel hoch mitsamt 6.000 Tonnen Oel. Zum Brand kam
es nicht: Die Flammen wurden sofort erstickt. Da Oel jedoch
Auftrieb hat, lief kaum etwas nach unten ins Wasser aus und wir
setzten die Fahrt, eine geringe Oelspur hinterlassend, bis nach
Rotterdam fort, wo das Schiff nach dem Löschen repariert wurde.
Damals gab es noch kein so ausgeprägtes Umweltbewusstsein.
Heute wäre so etwas kaum vorstellbar.“
„Nach diesen beiden Tankern wollte ich mal
einen Frachter sehen und bekam bei der Reederei Knöhr &
Burchard als „Dritter“ mit der „Rodenbek“
einen Stückgutfrachter. Ich war zwei Tage im Hamburger
Hafen an Bord, da fragte mich der Inspektor, ob ich nicht lieber
als „Zweiter“ auf die „Isebek“, die in Genua
lag, gehen wolle. Kurz entschlossen setzte ich mich auf die
Bahn und fuhr nach Italien. Dort angekommen, war ich total
enttäuscht. Ich hatte nicht gewusst, dass die
„Isebek“ ein Tanker war. Nach drei Monaten habe
ich dann um Versetzung gebeten und fuhr wieder als
„Dritter“ auf der „Schürbek“, die in Charter
für die Holland-West-Afrika-Linien mit Wein, Bier, Autos,
Stoffen und anderem Stückgut nach Freetown und Douala verkehrte.
Dann ging ich als Bauaufsicht auf die „Lasbek“, die in
Lübeck gebaut worden war und bei Stülcken in Hamburg die
Restausrüstung bekam. Mehrfach war ich noch als
Werftbesatzung eingesetzt, so auf der „Michael M.“ und
auf der „Dalbek“. Zwischendurch gab es
Hafenablöserdienst: Während der Hafenliegezeiten wurden die
fahrenden Besatzungen ersetzt. Das waren noch herrliche
Zeiten: Da machte Seefahrt noch Spaß. Wir liebten Wein,
Weib und Gesang. Überhaupt waren die frühen Jahre in der
Seefahrt die schönsten. Die Liegezeiten von mehreren Tagen
machten noch Landgang möglich. In arabischen Häfen, etwa in
Djidda, wurde der Alkohol im Hafen sogar an Bord verboten und im
Zollspind verschlossen. Wenn wir auf Reede lagen, um tagelang auf
die noch nicht freie Pier zu warten, veranstalteten wir
Bordpartys auf dem Achterdeck. Alles wurde mit
Signalflaggen, Lampions und Girlanden geschmückt, wir zogen uns
fein an, grillten und tranken einen guten Tropfen. Man sah
noch etwas von der Welt. In jungen Jahren waren die
Eindrücke noch überwältigend: Die fremden Menschen, die
Märkte, die Landschaften, die Cafés und Bars. Die
exotischen Strände waren nicht wie heute mit Touristen
übervölkert und gehörten weithin uns Seeleuten.“
Beeindruckend
fand H. vor allem die Naturerlebnisse an Bord. Bei der
Linienfahrt nach Rotsee und Persergolf kam er oft durch den
Suezkanal und erlebte dort mehrfach Sandstürme. „Da
auf den meisten Strecken des Suezkanals Einbahnverkehr herrscht,
fahren die Schiffe bis zum Bittersee und danach wieder im Konvoi.
Die Kanaldurchfahrt dauert in der Regel 16 Stunden. Durch
erfahrene Kapitäne oder Kanallotsen ist man je nach
Windverhältnissen meistens vorgewarnt und macht irgendwo an
Kanalpollern fest oder geht im Bittersee vor Anker, bevor der
Sandsturm einsetzt, denn man hat keine Sicht mehr, auch Radar ist
dann außer Gefecht. So ein Sturm kann bis zu 12 Stunden
dauern. Der feine gelbe Staub dringt durch alle Ritzen.
Türen und Fenster werden fest verschlossen, aber die Maschinen
müssen weiterlaufen und brauchen bei Betrieb Frischluft, so dass
auch der Maschinenraum mit einer gelben Schicht bedeckt wird.
In der Regel herrscht bei solchen Stürmen eine Temperatur von
50°C im Schatten, aber die Wohnraumlüfter müssen abgestellt
bleiben!“
Gerne
denkt Herbert auch an die Nordlandfahrten zurück, als er auf
Linie nach Island und Norwegen unterwegs war. Stundenlang
konnte er, in seinen warmen Parka gehüllt, an Deck auf einem
Stuhl sitzen und im September oder Oktober abends das Wunder des
Nordlichts bestaunen: Grüne Lichttürme bauen sich auf, werden
immer größer, immer höher, gehen in gelb und rot über, werden
dann ganz hell und brechen plötzlich in sich zusammen, um sich
dann wieder neu aufzubauen. „Da konnte ich bis in die Nacht
hinein sitzen und zusehen. - Oder wenn ich an die
Mittsommernächte am Nordkap denke: Die rote Sonne stand nachts
kurz über den Bergen und spiegelte sich glutrot in den
Gletschern. Da mochte man gar nicht schlafen gehen. Die
norwegischen Fischer winkten uns mit Fischen in der Hand zu und
gaben dadurch zu verstehen, dass sie mit uns tauschen wollten:
eine Wanne Fisch gegen eine oder zwei Flaschen Schnaps. Sie
kamen dann mit ihrem Kutter längsseits. Wir schmissen
ihnen eine Wurfleine zu und zogen daran den Fisch an Deck. Am
selben Abend noch gab es dann frischen Bratfisch.“
Herbert
erinnert sich auch gerne an die Ausflüge auf Island: Mit einem
gemieteten Landrover fuhren sie ins Landesinnere, wo man auch im
Winter in den heißen Quellen, den Geysirn, baden konnte. Ob er
denn auch auf Islandponys geritten sei? „Nein, aber
wir haben einmal welche an Deck in abgepolsterten Containerboxen
nach Norwegen transportiert. Der Bootsmann mußte sie
mehrmals am Tag füttern. Sie waren bei schlechtem Wetter
recht nervös, fraßen aber trotzdem, woraus ich schließe, dass
sie nicht seekrank waren.“ Als er aus Neufundland
Fischöl für einen US-Hafen holte, sah er mehrfach Eisberge aus
nächster Nähe: In 500 m Entfernung ragten sie 100 bis 300 m aus
dem Wasser auf. Da man in der Maschine regelmäßig alle 15
Minuten die Seewassertemperaturen messen mußte, die bei
Eisbergnähe immer schnell absank, mußte - besonders nachts oder
bei schlechter Sicht - sofort die Brücke benachrichtigt werden.
Bei Winterfahrt in nordischen Gewässern schaffte es die
Bordheizung oft nicht, die Kammern richtig zu erwärmen, wenn an
der Isolierung des Schiffes gespart worden war. Da konnte
es dann schon passieren, dass die Anzugjacke im Spind an der
Bordwand von der Kondenzfeuchtigkeit steifgefroren war.
„Mitte
der 70er Jahre waren wir auf der Fahrt nach Israel im Mittelmeer
unweit von Cartagena, als uns in der Maschine eine
Treibölleitung brach. Durch einen Turbolader wurde
komprimierte Luft in den Zylinder geblasen und dabei auf über
120° C erwärmt. Das Öl aus der gebrochenen Leitung
verdunstete und vermischte sich mit der heißen Luft im
Maschinenraum. Wir drei Leute der Maschinenbesatzung
konnten uns noch rechtzeitig aus der Maschine flüchten, bevor
sich der blaue Dunst entzündete. Von Deck aus konnten wir
dann durch Fernschaltung die Tanks schließen, die Motoren
stoppen, die Türen und Lüftungsklappen des Maschinenraumes
hermetisch abriegeln und Kohlensäure (CO2) hineinblasen, so dass
die Flammen erstickt wurden. Der aus Aluminium gefertigte
Turbolader war geschmolzen und unbrauchbar geworden. Wir
konnten jedoch den Hafen von Cartagena mit reduzierter
Geschwindigkeit mit eigener Kraft erreichen und dort mit
Bordmitteln die aus Hamburg per Luftfracht herbeigebrachten
Ersatzteile selber einbauen. Nach drei Tagen war der
Schaden behoben.
Auf
der „Reinbek“ fuhr Herbert in Charter für die K.N.S.M.
siebzehn Monate in die Karibik, nach Mittel- und Nordamerika.
Als
„Zweiter“ arbeitete er auf einem britischen Schiff, der
„Alva Cape“ und umrundete in neun Monaten einmal die
Erde: Rotterdam - Texas - zurück über den Atlantik und durch
den Suezkanal nach Persien, Indien, Singapur, US-Westküste:
Seattle, San Francisco - Panama - Texas.
Bei
„Hörnchen“, der kleinen Hornlinie machte Herbert eine
Reise auf einem Kühlschiff: Auf der Elbe wurde bei Stadersand
Dynamit geladen. Das war gefährliche, aber gutbezahlte
Ladung. Es durfte nur in vorgeschriebenen Räumen geraucht
werden. Ein Teil davon wurde auf den Azoren bei der US-Army
gelöscht. „Die machten hohe Sicherheitsauflagen.
Man durfte kein Eisen unter den Schuhen tragen: Es könnte zum
Funkenschlag kommen. Als wir in Libyen und in Djibouti im
Golf von Aden den Rest löschten, kümmerte sich niemand um
Sicherheit: Die Kisten wurden geworfen. Es passierte aber
auch nichts. Mit leerem Schiff ging es nach Freetown in
Sierra Leone, wo wir auf Reede von japanischen Fischdampfern
vorgefrorenen Thunfisch übernahmen, der bei uns an Bord
tiefgefroren und nach Venedig gebracht wurde. In Freetown
gerieten wir gerade in die Unabhängigkeitsfeiern. Das
Freibier floss in Strömen und besonders die Norweger deckten
sich reichlich damit ein. In Tunesien luden wir Zitronen
für Odessa. Dort kam der russische Lotse total voll Wodka
an Bord und wir landeten an einem völlig falschen Liegeplatz.
Im Schwarzen Meer liefen wir dann Constanza in Rumänien an, um
Rinderhälften für Lissabon zu übernehmen. Portugiesische
Häfen waren damals bei uns Seeleuten sehr beliebt: Die Kneipen
waren gemütlich und die Frauen schön. So kamen wir alle
reichlich spät an Bord zurück. Der Alte sagte zunächst
gar nichts. Auf See ließ er dann jeden einzeln antanzen
und fragte ganz ruhig, was man sich denn dabei gedacht habe.
Dann brachte er uns dazu, dass wir freiwillig eine Geldbuße von
15 $ in das Schiffchen der DGzRS spendeten. Solche
Vorgesetzten fand man nicht jeden Tag.“
Zwischendurch
arbeitete Herbert ein Jahr lang an Land bei M.A.N. Als er
kündigte, um wieder zur See zu fahren, äußerte sein Chef:
„Das habe ich geahnt, es ist immer dasselbe: Seeleute sollte
man gar nicht erst einstellen, die hauen doch alle wieder
ab.“
Von
1963 bis 1993 fuhr Herbert dreißig Jahre lang faktisch bei einer
Reederei, dem Schifffahrtskontor Oste, in das sein Reeder Martens
1968 als einer der Teilhaber einstieg und einem Nachfolger, Paul
Lanker, der ein Schiff, die „Svealand“, ex
„Ulla“, ex „Oste-Clipper“ aus der
Konkursmasse übernahm, als das SK Oste 1986 pleite ging. In
dieser Zeit fuhr Herbert hauptsächlich in der Holzfahrt im
Nord-Ostsee-Bereich und in der Israel-Mittelmeer-Fahrt. Oder
es ging in den 1960er Jahren an der norwegischen Küste entlang
nordostwärts - hin meistens leer oder mit Schüttgut für einen
norwegischen Hafen - nach Archangelsk, von dort mit einer Ladung
Bauholz wieder nach Mitteleuropa.
„Die
Zeiten sind auf See hart geworden! In den letzten
Jahrzehnten wurde die Seefahrt zur Routine, in den letzten Jahren
zum Kampf ums Überleben.“ Im Frühjahr 1993 verpasste
er seinen Dampfer und bekam einen Sack. Seither wohnt er in
Hamburg im Seemannsheim am Krayenkamp. „Einmal habe
ich vor Jahren im deutschen Seemannsheim in Rotterdam
übernachtet, als ich einige Tage auf mein Schiff warten mußte.
Von Bord aus war ich in Skandinavien und Übersee mehrfach in
Seemannsclubs. In Bombay konnte man im britischen
Seemannsheim wunderbare Steaks mit Spiegelei obendrauf bekommen.
Ich erinnere mich auch, dass wir von dort aus in ein Schwimmbad
gingen, das mit der Inschrift versehen war: „Nur für
Weiße“. Ein holländischer Kollege hatte eine
indonesische Mutter und war etwas dunkelhäutig. Den wollte
man nicht hineinlassen. Das war denn sehr peinlich!“
Herbert hatte immer lange Fahrzeiten. Nie
war er in seiner 38jährigen Seefahrtzeit arbeitslos gewesen.
Erstmals mußte er Arbeitslosengeld beantragen und bekam
natürlich wegen eigenen Verschuldens eine zwölfwöchige Sperre.
Jetzt bangte er, ob es ihm überhaupt noch einmal gelingen wird,
wieder ein Schiff zu bekommen oder ob er wie viele andere
Kollegen zum alten Eisen gehören würde.
Lange Zeit wohnte Herbert Heins noch im
Seemannsheim. Dann sah er ein, dass es keine Chancen mehr
für ihn gab und er mietete sich in Hafennähe eine Wohnung.
Gerne sitzt er zusammen mit Kollegen bei gutem Wetter an den
Landungsbrücken au einer Bank und schaut dem Treiben im Hafen
zu.
Herbert Heins ist inzwischen verstorben
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Feith : Band 6 ist in Arbeit: Seemannsschicksale Band 6 in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" Master next God | Band 7 in der Reihe Seemannsschicksale: Dirk Dietrich: Auf See ISBN 3-9808105-4-2 Dietrich's Verlag Band 7 = 12,80 € Bestellungen | Band 8: Maritta & Peter Noak auf Schiffen der DSR ISBN 3-937413-04-9 Dietrich's Verlag Bestellungen | Band 9 - Band 9 Die abenteuerliche Karriere eines einfachen Seemannes  Endstation Tokyo Bestellungen | Band 10 - Band 10 Autobiographie des Webmasters  Rückblicke: 27 Jahre Himmelslotse im Seemannsheim - ganz persönliche Erinnerungen an das Werden und Wirken eines Diakons  Bestellungen | Band 11 -- Band 11  Genossen der Barmherzigkeit  Diakone des Rauhen Hauses Diakonenportraits Bestellungen | Band 12 - Band 12  Autobiographie: Diakon Karlheinz Franke  Bestellungen | Band 13 - Band 13 Autobiographie: Diakon Hugo Wietholz  Bestellungen | Band 14 - Band 14 Conrad H. v. 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